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Vegetarisches Futter auch für meinen Hund?

In Deutschland leben rund 8,6 Millionen Hunde im Jahr 2019. Die gestiegene vegetarische Ernährung beim Hundehalter wirkt sich auch auf den Vierbeiner Zuhause aus. In einem Hundekindergarten in Berlin-Wilmersdorf geben vermehrt Hundebesitzer vegetarisches oder veganes Hundefutter ihrem Vierbeiner mit. Dies wird oft selbst vorher frisch zubereitet.

Hier zeigt sich ein ähnlicher Lebensstil beim Menschen und Hund. In der besuchten Berliner Hundekita gibt neben Pflanzlichem Hundefutter auch im freien einen Hundepool und viel Spielfläche im Grünen sowie große Innenräume zum zurückziehen und schlafen auf dem Sofa.

Über Zehn Millionen Menschen verzichten in Deutschland auf Fleisch

Die Themen vegan und vegetarische Ernährung liegen für den Menschen voll im Trend. Laut dem Vegetarierbund Deutschland leben mehr als acht Millionen Vegetarier in Deutschland und 1,3 Millionen Veganer. Der Mensch verzichtet zunehmend auf Produkte tierischen Ursprunges.

Die neuere Ernährung mit veganem Hundefutter eingesetzt beim eigenen Vierbeiner wirft einige Fragen auf. Besonders die ob der eigene Hund fleischlos ernährt werden kann.

Was sagen die Experten zum veganem Hundefutter?

Laut Prof. Jürgen Zentek vom Institut für Tierernährung der Freien Universität Berlin besteht kein Zwang Fleisch beim Hund zu ersetzen. Die Hunde benötigen ein relativ breites Spektrum an Nährstoffen, darunter Proteine und Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren, Kalzium und eine Reihe von Spurenelementen wie Zink.

Wenn der eigene Hund selbst gefragt werden könnte, dann vermutet Herr Zentek würde die bevorzugte Wahl auf Fleisch fallen. Es dient als Proteinträger und hat eine hohe Wertigkeit und ein günstiges Aminosäurespektrum und eine hohe Verdaulichkeit.

Hund mit Knochen auf einer Wiese
Hund beißt in Knochen

Es gibt verschiedene Ernährungsweisen bei Hunden

Prof. Ellen Kienzle von der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München unterscheidet die Bereiche zwischen der vegetarischen und veganen Ernährungsweise. Es wird unterschieden zwischen lacto-, ovo-,lacto-ovo-vegetarischer und veganer Ernährung. Genau bedeutet das, es werden entweder Milch und/oder Eiprodukte verzehrt oder aber nur Lebensmittel von pflanzlicher Herkunft.

Wenn der eigene Hund erwachsen und gesund ist sowie keine erheblichen körperlichen Leistungen erbracht werden müssen dann sei in der Regel nichts gegen eine lacto-ovo-vegetarische Ernährung einzuwenden. Wichtig ist auf die Nährstoffbilanz des veganen Hundefutters zu achten. Hausgemachte vegetarische Rationen weisen oft einen Kalziummangel auf.

Besonderheiten bei tragenden und milchgebenden Hunden

Für tragende und milchgebende (laktierende) Hündinnen aber auch für Welpen ist von den Experten grünes Licht vorhanden für eine ausgewogene lacto-ovo-vegetarische Ernährung. Bei Hündinnen mit einem großen Wurf ist wichtig darauf zu achten das die Energiedichte und Proteinqualität hoch ist. Rein Vegan sollten Welpen und tragende sowie milchgebende Hündinnen aber nicht ernährt werden, sagt Heidi Bernauer-Münz von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz.

Die Tierärztliche Vereinigung empfiehlt eine vegane Ernährung ohne Fleisch mit Experten genau abzustimmen. Individuelle Belastungen durch Alter, Krankheit oder Stress können den Energie- und Nährstoffbedarf von Hunden erheblich verändern. Hier wird eine rein vegane Ernährung den Tieren in solchen Fällen nicht gerecht.

Blog Tipp:
Lassen Sie Ihren ausgewachsenen Hund mal etwas Obst oder Gemüse probieren und schauen was ihm gut schmeckt. Vielleicht mag ihr Hund ja frische Vitamine aus Pflanzen.

Hund mit offenem Mund